© electriceye - Fotolia.com
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Aufgepasst "Kanalhaie" sind unterwegs

24.07.2015

Anrufe verunsicherter Bürger bei den Abwasserbetrieben zeigen, dass wieder die sogenan nten „Kanalhaie“ im Bereich der Stadt Alzey , der VG Alzey-Land und der VG Rhein-Selz ihr Unwesen treiben.

Als Kanalhaie werden Firmen bezeichnet, die in betrügerischer Absicht Privatleuten die Untersuchung und Sanierung der Entwässerungsleitungen auf ihrem Grundstück anbieten.

Mit der Behauptung, der Abwasserbetrieb verlange die Überprüfung der Abwasserleitungen auf dem Grundstück, wird dem Eigentümer eine kostengünstige und kurzfristig durchführbare Untersuchung angeboten. Eine andere Masche besteht in der Behauptung, die Untersuchung sei gesetzlich vorgeschrieben und der Abwasserbet ieb habe die Firma dazu legitimiert. Beides ist falsch. Weder verlangt der Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz noch der Zweckverband Abwasserentsorgung Rheinhessen (ZAR ) eine solche Untersuchung auf den privaten Grundstücken, noch wurde irgendeine Firma dazu vom ZAR legitimiert.

Oft wird neben der Kameraüberprüfung auch gleich die Sanierung der schadhaften Stellen mit angeboten. Auch wenn aber erst nur die TV-Untersuchung beauftragt wird, scheuen sich die Betrüger bei der Präsentation der Untersuchungsergebnisse nicht, auch mal Aufnahmen aus einer fremden, völlig kaputten Leitung vorzuführen. Die durch diese Aufnahmen schockierten Eigentümer sind dann sogar oftmals froh, wenn sie sofort die völlig überteuerte Sanierung beauftragen können, damit die vermeintlichen Schäden umgehend be seitigt werden. In einem solchen Fall werden die Eigentümer aber um mehrere tausend Euro betrogen, da Ihre Leitungen wesentlich günstiger saniert werden könnten oder sogar gar keinen Sanierungsbedarf aufweisen.

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass tatsächlich viele Grundstücksentwässerungsleitungen undicht sind. Diese kaputten Leitungen führen dazu, dass bei hohem Grundwasserstand über die Undichtigkeiten sauberes Grundw asser in das Kanalnetz gelangt und dann teuer auf der Kläranlage behandelt werden muss. Liegt der Grundwasserspiegel unterhalb der Abwasserleitung, tritt durch die Undichtigkeit Schmutzwasser aus der Leitung aus und versickert im Erdreich. Jeder Hausbesitzer investiert in den Werterhalt von Haus und Grundstück . Das dazu auch die Entwässerungsleitungen gehören, auch wenn man sie nicht sieht , übersehen viele. Deshalb sollten auch diese Leitungen regelmäßig untersucht und instandgesetzt werden.

Nach Auskunft des ZAR kostet die Dichtheitsprüfung der Grundstücksentwässerung eines Einfamilienhauses bei seriösen Anbietern zwischen 300 und 500 Euro, je nach Länge und Zugänglichkeit der Leitungen kann es aber auch teu r er werden. Ist der Kanal defekt, koste t eine Sanierung durchschnittlich zwischen 250 und 500 Euro pro Meter.

Um nicht Opfer von „ Kanalhaien “ zu werden, empfiehlt der ZAR :

- Lassen Sie sich die Angebote für die TV - Untersuchung schriftlich unterbreiten.

- Verglei chen Sie die Angebote verschiedener Anbieter.

- Vereinbaren Sie vertraglich, dass die Untersuchung vollständig auf DVD festgehalten wird und festgestellte Schäden durch Fotos doku mentiert werden.

- Wenn Sie einen Auftrag zur Kanaluntersuchung erteilen, erteilen Sie nicht gleichzeitig einen pauschalen Sanierungs auftrag.

- Holen Sie für die Reparatur ebenfalls Vergleichsangebote ein.

- Schließen Sie keine Haustürgeschäfte ab! Seriöse Unternehmen sprechen Sie nicht an der Haustür an und setzen Sie auch nicht unter Zeitdruck.

- Wenn ein „ Kanalhai “ an der Haustür klingelt, notieren Sie sich die Kontaktdaten und geben diese, damit entsprechende Schritte einleiten werden können, an den ZAR weiter. Um den „ Kanalhai “ loszuwerden, bitten Sie um eine Bedenkzeit von mehreren Tagen.

Sollten Sie vor kurzem einen Vertrag unterschrieben haben, können Sie binnen 14 Tagen ab dem Tag des Vertragsabschlusses diesen schriftlich widerrufen, am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Grundstückseigentümer , die ihre Entwässerungsleitungen untersuchen lassen wollen , können sich gerne an den ZAR wenden und beraten lassen.


Alzey, den 21.07.201 5


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